Ich habe für eine Bekannte eine Website gemacht. Als Teilzahlung darf ich bei ihr ein paar Behandlungen ausprobieren.
Als erstes probierte ich die Ayurvedische Fussmassage. Es war wirklich super, aber sie hat angefangen, mir Fragen zu stellen. Wie es mir ginge, wie es meiner Freundin ginge (die sie auch kennt) und so weiter. Also fing an zu erzählen, dass ich soviel um die Ohren habe, dass ich zu gar nichts käme. Meine Mailbox fliesst über, ich habe Beigen und Pendenzen überall. Am Ende des Tages habe ich das Gefühl, nichts gemacht zu haben.
Da sie in dieser Beziehung Erfahrung hat (und wie sie mir später erzählt hat, auch ein paar Kurse gemacht hat), hat sie mir angeboten, mir mit meinem Problem zu helfen. Als erstes gab sie mir die Aufgabe, durch die Wohnung zu gehen (falls du ein tolles Objekt, sprich Haus kennst, lass es mich wissen, wir möchten nämlich auf’s Land ziehen) und alles aufschreiben, was ich als Stauung, als noch-zu-erledigen empfinde.
Oh, und ich fand jede Menge! Ich habe auf die Liste den Ort (das Zimmer) und was ich tun wollte aufgeschrieben. Z.B. haben meine Mutter und ich vor etwa einem halben die Wohnwand vom einen Zimmer (das jetzt das Büro meiner Freundin ist) in das Wohnzimmer geschleppt. Die Schubladen allerdings sind wild „eingeräumt“. Das kam auf die Liste.
Im Büro war die Liste am längsten. Ich war ganz verzweifelt. Das schaffe ich nie!
Als nächstes musste ich die Liste nach Prioritäten ordnen. Ich kam auf die Idee, mit A, B und C die Prioritäten zu setzen. Natürlich gab es mehrere As und mehrere Bs und ganz viele Cs (z.B. die Wohnwand-Schubladen, meine Mutter zwar nicht, dass das eine C verdient, sie würde es am Liebsten eine A geben). Die Buchstaben wiederum habe ich Zahlen verabreicht und im Excel sortiert.
Meine Bekannte war ganz begeistert und beauftragte mich, dazu zu schreiben, wie lange ich denke, dass die einzelnen Posten benötigen, um erledigt zu werden. Auch das habe ich gemacht.
Dann sassen wir zusammen und haben für mich einen Stundenplan ausgearbeitet, weil eine To-Do-Liste für mich einfach nicht funktioniert. Ich verzettle mich, fange was an, und mache an was anderem weiter. Die Liste wächst und wächst und wird unübersichtlich.
Da ich mit dem tollen ZPM-Schreibtischset von Classei arbeite, habe ich für jeden Tag ein Blatt gemacht, denn jeder Tag ist etwas anders. Am Mittwoch muss ich bis um 11h auf dem Markt gewesen sein. Am Dienstag und am Donnerstag jogge ich eine halbe Stunde auf dem Trampolin. Also habe ich für jeden Tag ein eigenes Blatt gemacht. Jeden Morgen stecke ich das Blatt für den entsprechenden Tag in den Reiter, bzw. vorher programmiere ich mein Handy, damit es zur entsprechenden Zeit mich darauf aufmerksam macht, dass die Stunde für die Priorität A vorüber ist.
Jeden Tag habe ich eine Stunde für die Priorität A geplant. Als erstes war das eine Beige mit Pendenzen, für die ich gerade mal keine Zeit hatte, die Migroszeitung, ein Artikel aus einem Heftli, eine Bonuszahlung, die ich in ne Liste eintragen will. Uns so weiter. Jedes Mal, wenn ich die Post gemacht habe, kam etwas mehr auf die Beige.
Ich hatte mir 4 Stunden vorgenommen. Heute wo ich das schreibe, bin ich bei der 5. Stunde und so wie es aussieht, werde ich es morgen fertig bringen.
Dann darf ich mich belohnen. Und die nächste Karte kommt nach oben. Was ist als nächstes dran? Bis Ende Jahr 2006 möchte ich auch die letzte Priorität der C-Kategorie erledigt haben!

